Virtuelle Themenwoche: Dokumentation

Studierende arbeiten in Gruppen.

Im Zeitraum vom 16.06. – 18.06.2020 fand die virtuelle Themenwoche „4 Jahre Hochschulprogramme für Flüchtlinge – Erfolge, Perspektiven und neue Herausforderungen“ statt. Den Weltflüchtlingstag am 20. Juni 2020 zum Anlass nehmend, wurden in unterschiedlichen Formaten viele interessante Beiträge rund um die vielfältigen Möglichkeiten und Initiativen zur Integration Geflüchteter präsentiert.

Tag 1: Dienstag, 16.06.2020

https://static.daad.de/media/daad_de/infos-services-fuer-hochschulen/expertise-zu-themen-laendern-regionen/fluechtlinge-an-hochschulen/portrait_midya_alo_englisch__1_.mp4

Film des Tages: Midya Alo, Universität zu Lübeck

Tag 2: Mittwoch, 17.06.2020

https://static.daad.de/media/daad_de/infos-services-fuer-hochschulen/expertise-zu-themen-laendern-regionen/fluechtlinge-an-hochschulen/portrait_haniyeh_nikkhoo_englisch.mp4

Film des Tages: Fatemeh-Maniyeh Nickkhoo, TH Ostwestfalen-Lippe

Tag 3: Donnerstag, 18.06.2020

https://static.daad.de/media/daad_de/infos-services-fuer-hochschulen/expertise-zu-themen-laendern-regionen/fluechtlinge-an-hochschulen/portrait_fahman_hussain_englisch.mp4

Film des Tages: Fahmann Hussain, HAW Hamburg

  • Fragen an den DAAD

    Bei TestAS etc ist der Anteil an männlichen Teilnehmern größer. In Relation dazu: Wie groß ist der männliche Anteil an Geflüchteten insgesamt in Deutschland?

    2017 lag der Anteil männlicher Geflüchteter bei 60,5%, 2018 bei 56,7% und 2019 bei 56,5%. Weitere Informationen finden Sie im , der jährlich herausgegeben wird.

    Best-Practice-Beispiele: Projekte für geflüchtete Frauen

    Vielen Dank für Ihr Interesse an den Projekten, die ihren Fokus auf geflüchtete Frauen legen. Hier finden Sie einige Beispiele: , , , , .

     

    Frage an Frau Möller und Frau Hempe, EAF Berlin - Diversity in Leadership: Mit welchen Mitteln wurden die Unternehmen bestmöglich erreicht und zur Teilnahme am Programm überzeugt?

    Die Akquise der Unternehmen bzw. Praktika, die zu den Qualifikationen und Interessen der Teilnehmerinnen passen und die zugleich eine engmaschige Betreuung gewährleisten konnten, war im Projekt durchaus eine Herausforderung, die viel Zeit in Anspruch genommen hat.

    Für die Vermittlung benötigte es die gezielte Ansprache der Unternehmen und konkrete Türöffner in Form von persönlichen Kontakten. Hier profitierte die EAF Berlin u.a.  von ihrem großen Unternehmens-Netzwerk. Neben persönlichen Kontakten wurden auch gute Erfahrungen damit gemacht, gezielt die Gleichstellungsbeauftragten und Personal-verantwortlichen in den Unternehmen zu kontaktieren und das Projekt vorzustellen.  Hierbei wurde das Projekt mittels eines Projektsteckbriefs (, ) sowie auch bereits die ggf. passende Kandidatin mit ihren Interessen, Kompetenzen und ihrer Kurzbiographie vorgestellt. Das zeigte, dass es sich um keine abstrakte Programmteilnahme handelt, sondern es um eine gezielt für das Unternehmen ausgewählte Praktikantin geht. Diese „persönliche Note“ sowie die Rolle der EAF Berlin als Koordinatorin und Vermittlerin, konnte vielen Unternehmen die Unsicherheiten beispielweise bzgl. rechtlicher Fragen oder Schwierigkeiten im Praktikum nehmen. Diese Brückenfunktion der EAF und die Tatsache ein Teil eines großen geförderten Bundesprogramms zu sein, hat sich bei der Akquise der Unternehmen bewährt. Keines der vermittelten Praktika war öffentlich ausgeschrieben; die Praktika wurden alle im Rahmen einer persönlichen Ansprache von den Betrieben für das Programm geschaffen.

    Der zweite wichtige Aspekt im Hinblick auf ein gelungenes Praktikum war zudem die Begleitung der Teilnehmerinnen im Unternehmen durch Mentoren/Mentorinnen. Das Mentoring ermöglichte eine informelle Lernpartnerschaft, die der Praktikantin u.a. die Integration in den Praktikumsbetrieb erleichtern soll. Diese Person hat im besten Fall Kapazitäten, um regelmäßig persönliche Gespräche (ca. 1x pro Woche) mit der Praktikantin zu führen und ihr als Ansprechpartnerin zur Verfügung zu stehen. Ferner hat die EAF Berlin jede Teilnehmerin ein- bis zweimal im Unternehmen besucht und mit den Mentor*innen das Praktikum und etwaige Schwierigkeiten besprochen.  Die Praktikumsbetreuung der Teilnehmerinnen als auch der Mentor*innen war dementsprechend sehr zeitaufwendig, jedoch war diese engmaschige Betreuung ausschlaggebend für den Erfolg des Praktikums.
    Als Unterstützung im Praktikum für die Teilnehmerinnen haben wir ein Begleitheft erstellt (siehe Anhang) sowie die Mentor*innen mit weiterführenden Materialien zu beispielsweise der Einarbeitung versorgt:

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    Fragen an die Hochschulvertreterinnen im DigiTalk

    Verfügen die Kursteilnehmer über die technische Ausstattung zur Teilnahme an den Online-Formaten (Hardware / Software / Internetzugang)? Gab es hier Schwierigkeiten und wenn ja, wie konnten Sie diese lösen?

    Frau Ben Mahrez, ASH Berlin: Der Großteil der Teilnehmer_innen verfügt über die technische Ausstattung. Jedoch gab es auch vereinzelt Teilnehmer_innen, die z.B. keine Hardware (also keinen Computer, Laptop) bzw. keinen Zugang dazu hatten und somit auch Schwierigkeiten bestimmte Sofware zu nutzen; Internetzugang war nicht so häufig das Problem.

    Wir haben uns deshalb grundsätzlich für eine technisch möglichst niedrigschwellige Herangehensweise entschieden. Die Deutschlehrende schickt den Teilnehmer_innen einmal pro Woche eine umfangreiche E-Mail mit Übungen, Erklärvideos, Texten, sowie Tipps und Hausaufgaben (diese wurde bereits seit Beginn des Programms versendet - zur Nachbereitung des Präsenzkurses). Mit dieser gibt es jedes Monat und nach Bedarf Telefontermine, um die Hausaufgaben gründlich durchzusprechen. Zusätzlich gibt es eine zweite Deutschlehrende, die einmal pro Woche in kleinen Gruppen Online-Lerngruppen via Zoom anbietet und den Stoff festigt sowie Fragen klären kann. Die beiden Lehrkräfte arbeiten eng zusammen und geben auch gegenseitiges Feedback. In dieser Phase der online-Lehre hat sich diese Form des Teamteaching sehr bewährt.

    Bei Personen, denen es nicht möglich war, Texte digital zu verfassen, wurden Hausaufgaben und Übungen sowie Probeprüfungen auch ausgedruckt, per Hand ausgefüllt bzw. geschrieben und dann zurückgeschickt. Die Korrektur erfolgte wiederum digital, da dann ein Ausdruck möglich war.

    Frau Senne-Wawrzonkowska, FH Südwestfalen: Bevor das Onlineformat begonnen hat haben wir eine Abfrage gestartet, in der wir diese Frage evaluiert haben. Außerdem haben die Dozenten untereinander mit ihren technischen Möglichkeiten das Format über Laptops, Handys und Tablets ausprobiert, sodass wir den Teilnehmern genaue Anweisungen geben konnten.

    Fakt ist, dass einige Teilnehmer zwischendruch Probleme mit ihren Internetverbindungen haben- wie jeder von uns es kennt. Für solche Fälle, aber auch, falls Teilnehmer wegen Terminen nicht dabei sein können, nehmen wir jede Sitzung auf und stellen sie in die Dropbox, sodass die Sitzungen jederzeit wieder angeschaut werden können.

    Frau Dr. Ursula Hassel, TH Köln: Einigen Teilnehmenden, die keine oder nur schlechte technische Möglichkeiten hatten (zum Beispiel nur ein Smartphone) konnten wir ein paar "ältere", aber durchaus funktionierende Laptops ausleihen.

     

    Wie gut erreichen Sie Ihre Zielgruppe an Geflüchteten/Internationalen Studierenden über digitale Events/digitale Formate?

    Frau Ben Mahrez, ASH Berlin: Bisher konnten die Studieninteressierten mit Fluchterfahrung durch digitale Events und Formate sehr gut erreicht werden. Am Dienstag und Donnerstag finden zwischen 11 und 16 Uhr Telefonsprechstunden statt; donnerstags gibt es auch zusätzlich die Möglichkeit zwischen 11 und 13 Uhr via Zoom zu kommunizieren. Die Kommunikation via E-Mail ist oft schon zielführen. Die Infoveranstaltungen via Zoom haben zweimal stattgefunden und wurden sehr gut angenommen. Derzeit sprechen wir die Präsentation der Infoveranstaltung zum Pre-Study Programm in den Sprachen Arabisch, Deutsch, Englisch, Farsi, Französisch und Türksich ein. So steht neben den Kurzinfos, die bereits in diesen Sprachen zur Verfügung stehen, ab der zweiten Juliwoche auch die Präsentation der Infoveranstaltung online zur Verfügung. Diese haben wir so aufgenommen, dass diese noch länger verwendet werden können.

    Frau Senne-Wawrzonkowska, FH Südwestfalen: Bisher können wir keine großen Probleme aufzeichnen. Wir kommunizieren über verschiedene Messengerdienste, E-Mail und Telefonate. Die Teilnehmer werden täglich kontaktiert, Links werden ihnen geschickt und werden informiert, was wann anliegt. Dies klappt hervorragend und bietet den Teilnehmern die Sicherheit, dass sie immer informiert sind.

    Frau Dr. Ursula Hassel, TH Köln: Die internationalen Teilnehmenden mit und ohne Fluchthintergrund in den Intensivkursen erreichen wir mit den digitalen Formaten sehr gut. Als wir im März den Intensivkurs von einer zur anderen Woche auf digitales Lernen umstellen mussten, waren die Teilnehmenden froh und glücklich darüber, den Kurs und die Kommunikation in der Gruppe sowie mit der Lehrkraft fortsetzen zu können – wenngleich nur virtuell. In einer Zeit, die mit vielen Veränderungen und Kontaktbeschränkungen verbunden ist, wirken das konzentrierte gemeinsame Lernen und der Austausch mit Hilfe von Zoom und der Lernplattform ILIAS nicht nur positiv auf die sprachliche Entwicklung, sondern auch auf die Psyche. Die regelmäßige Form des Lernens im Homeoffice gibt dem Tag eine Struktur und unterstützt die Teilnehmenden dabei, die durch die Corona-Pandemie hervorgerufene Verunsicherung besser zu verarbeiten.

    Auf der anderen Seite gibt es auch einzelne Teilnehmende, bei denen die individuelle Wohnsituation die Teilnahme an einem digitalen Format im Homeoffice erschwert.

    Bei den Angeboten für internationale Studierende, die im Fachstudium sind, sieht es ein wenig anders aus. Sie sind bereits durch die digitalen Lehrveranstaltungen in ihrem Fach mehr als in sonstigen Semestern in Anspruch genommen und es bleibt ihnen daher weniger Zeit für zusätzliche Angebote. Insofern sind die Teilnehmendenzahlen dort etwas geringer als in sonstigen Semestern.

     

    Können Sie bereits abschätzen, ob die Durchführung der digitalen Lehrformate mit einem größeren Mehraufwand verbunden ist als vergleichbare Präsenzveranstaltungen?

    Frau Ben Mahrez, ASH Berlin: Die online-Lehre unterscheidet sich grundsätzlich von der Präsenzlehre, da diese nun individualisierter stattfindet. Für die Zukunft streben wir definitiv ein blended Format an, das den Teilnehmer_innen durch Präsenzveranstaltungen erlaubt Vertrauen aufzubauen, ihren Platz in der Gruppe zu finden und Motivation in und durch die Gruppe zu erfahren sowie durch online-Lehre mehr Flexibilität und individuelleres Lehren und Lernen ermöglicht. Wenn es uns weiterhin gelingt, dabei bedarfsorientiert zu agieren und technisch eine möglichst niederschwellige Herangehensweise zu etablieren, die möglichst wenige Ausschlüsse kreiert, bleibt der Arbeitsaufwand in etwa gleich - das Arbeiten, wie bereits erwähnt, verändert sich jedoch grundlegend.

    Frau Senne-Wawrzonkowska, FH Südwestfalen: Das Onlineformat ist auf jeden Fall mit Mehraufwand verbunden. Weniger für die Teilnehmer als für die Dozenten. Die Teilnehmer lernen vor allem das autonome Lernen und übernehmen Verantwortung. Die Dozenten haben einen großen Aufwand in der Vorbereitung der Veranstaltungen aber auch in der Kontrolle der Hausaufgaben. Während im Präsenzunterricht klar ist, das die Hausaufgaben beim Treffen in der Hochschule abgegeben werden, besteht im Onlineformat die Problematik, dass die Hausaufgaben in unterschiedlichen Abständen abgeschickt werden, teilweise kurz vor der Onlineveranstaltung. Auch der Aufwand in "zusätzlichen" Sitzungen oder Sprachnachrichten etc. den Bedürfnissen des Sprechens gerecht zu werden führt zu mehr Zeitaufwand.

    Frau Dr. Ursula Hassel, TH Köln: Die Konzeption, Vorbereitung und Durchführung der Online-Formate ist in jedem Fall mit einem größeren Arbeitsaufwand verbunden. Allerdings wollen wir die erstellten Materialien, Online-Aufgaben und sogar komplette E-Learning-Einheiten auch in den kommenden Semestern, unabhängig von Corona, in den Unterrichtsalltag integrieren. Wir freuen uns sehr auf die Rückkehr zum Präsenzunterricht; gleichzeitig haben wir zusammen mit unseren Lehrkräften aber in diesem Semester im Bereich der Online-Lehre sehr viel dazugelernt und wollen die Vorzüge der beiden Lehr- und Lernformen in einem Blended Learning-Format weiterhin nutzen.

     

    Frage an die TH Köln: Werden die kreativen Aufgaben bei Padlet (Wohnungsanzeigen) durch den Lehrenden korrigiert?

    Frau Dr. Ursula Hassel: Die Frage nach der Korrektur der schriftlichen Äußerungen in den Online-Aufgaben erreicht uns sehr häufig. Eine Vollkorrektur aller schriftlichen Produkte bzw. ein Kommentar dazu ist aus unserer Sicht in einem sehr stark "schriftlich" geprägten Online-Semester weder für die Lehrkräfte machbar noch für die Teilnehmenden zielführend. Denn wie in Präsenzveranstaltungen werden auch hier die Art und der Umfang von Rückmeldungen in Abhängigkeit von den jeweiligen intendierten Lernergebnissen getroffen. Wenn z. B. der Textaufbau oder die logische Verknüpfung von Argumenten im Fokus steht, wird die sprachliche Korrektheit auf der morphologischen Ebene eine geringere Rolle für die Rückmeldung spielen.

    Aus den beiden oben genannten Gründen (Aufwand für die LK, Fehlerdidaktik) werden oft andere Vorgehensweisen gewählt. Es werden beispielsweise von der Lehrkraft nur ausgewählte Fehler behandelt oder die Lehrkraft markiert die Fehler und die Teilnehmenden werden dazu animiert, selbst zu bestimmen, welche Äußerung von der Lehrkraft korrigiert werden soll. Eine andere Möglichkeit ist das Peer Feedback, das die Fähigkeit der Teilnehmenden zur (Selbst)Korrektur von Texten stärkt. In allen Fällen ist uns wichtig, die Korrektur mit einem positiven Feedback zu verbinden.

     

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